Firmeneigenes Werkstofflabor

Durchblick dank Einblick

Magne­tische Werte, Dichte, Gefüge, Korn­größe, Porosität, spezi­fisches Gewicht – Ihle ist der einzige Hart­metall­lieferant, der diese zentralen Qualitäts­merkmale metall­urgisch untersuchen und die hohe Qualität seiner Produkte garant­ieren kann. Mit den High-End-Mess­geräten unseres firmen­eigenen Labors gelingen ziel­sichere Qualitäts­analysen und Sorten­bestimmungen. Sicher­heit, von der Werk­zeug­her­steller ebenso profi­tieren wie Anwender und End­ver­braucher.

Zumal wir in unserem Werk­stoff­labor nicht nur Produkte Marke Ihle unter­suchen: Das Labor hat sich als un­ab­häng­ige Prüf­stelle für Hart­metalle etabliert. Unsere Urteile zu Hart­metallen, unsere Sorten­empfeh­lungen und Unter­suchungen von Werk­zeug­schäden und Ver­schleiß­erscheinungen sind gefragt. Denn die Güte des Hart­metalls bestimmt nicht nur die Werk­zeug­qualität, sie hat auch ganz ent­scheiden­den Einfluss auf die Fertigungs­kosten und die Wirtschaft­lichkeit von Werk­zeug­pro­duktionen.

Prozess- und Fertigungssicherheit

Die lücken­losen, akribischen Kontrollen unseres Werk­stoff­labors sind der Garant für die erst­klassige – und genau doku­mentierte – Qualität unserer Hart­metall­stäbe. So sichern wir unsere hohen Standards gegen­über den Lieferanten ab und bieten allen Auftrag­gebern konstante Prozess­sicherheit.

Dieses fundierte Experten­wissen stellen wir auch jederzeit unseren Kunden zur Verfügung – für eine optimale Prozess- und Fertigungs­sicherheit.

Vollautomatisiertes Messsystem für Rundstäbe zur Überprüfung von Durchmesser, Rundheit und Durchbiegung mittels eines Laser­mi­kro­meters

Technische Beratung und Service

Unser Werkstoff­labor hat sich als unabhängige, kompetente Prüfstelle für Hart­metalle einen Namen gemacht. Dank langjäh­riger Er­fahrung, fundiertem Know-how und modernstem labor­technischem Equipment beurteilen wir Hart­metalle sachkundig und treffend. Auf Wunsch beraten wir unsere Kunden, welche Hart­metall-Sorte sich für ihr spezifisches Projekt am besten eignet und wie sie anzu­wenden ist. Neben metall­urgischen Analy­sen untersuchen wir auch Werkzeuge im Praxis­test. Ein Ser­vice, den sonst nur große Hart­metall-Hersteller bieten.

  • Sortenbestimmung
  • Dichte
  • Härte [HV30 und KIC, wenn gewünscht HV10 / HRA]
  • Koerzitivfeldstärke
  • Magnetische Sättigung
  • Gefügebeurteilung
    • Porosität
    • WC-Korngröße und -verteilung
    • Bindemetallverteilung
    • Metallographische Phasenanalyse
      • Kohlenstoff
      • Eta-Phase
      • Mischkarbide
  • Biegebruchfestigkeit
  • Dokumentation aller Prüfergebnisse und Fotos
  • Untersuchungen per Rasterelektronen­mikros­kopie

Hartmetall-Sortenbestimmung

Oftmals werden Hart­metall-Sorten nur durch die Korn­größe und den Kobalt­gehalt definiert. Das greift zu kurz. Schließlich beein­flusst eine ganz Reihe physikal­ischer Kenn­größen die Qualität und Sorten­identi­fikation eines Hart­metalls. Unsere Spezial­isten ermitteln deshalb Merk­male wie die magne­tische Sättigung, das spezi­fische Gewicht und unter­suchen den mikros­kopischen Gefüge­aufbau. Erst auf Grund­lage dieser Ergeb­nisse kann das optimale Hart­metall für Ihre ind­ividu­elle Anforder­ung gefunden werden.

Schadens- und Materialanalyse

Ein Zerspanungs­werkzeug ist ein komplexes System: Es besteht aus dem Grund­material, der Schneiden­geometrie und gegebenen­falls der Beschich­tung. Erst das perfekte Zusammen­spiel der einzelnen Komponenten liefert ein erstklassiges Ergebnis am Werk­stück. Entstehen beim Einsatz der Werkzeuge Probleme bei den Stand­zeiten, oder kommt es gar zum Bruch eines Werk­zeugs, rückt die Frage nach der Ursache in den Mittel­punkt. Als un­abhängige Prüf­stelle für Hart­metalle ist die Firma Ihle Spezialist darin, die Antwort zu finden. Unsere detail­lierten Prüf­berichte und Em­pfeh­lungen unterstützen unsere Kunden bei der Opti­mierung ihrer Arbeits­prozesse.

Die Analysen im Detail


Koerzitivfeldstärke

Die Koerzitivfeldstärke (Hc) bezeichnet die mag­netische Feldstärke, die notwendig ist, um eine ferromagnetische Substanz vollständig zu entmagnetisieren. Aus den magnetischen Eigen­schaften lassen sich Erkenntnisse über das Werk­stoffgefüge ableiten.

Statische Auswertung bei der Wareneingangskontrolle
Zerstörungsfreies Prüfen von Hartmetallen
Magnetische Sättigung

Mit der Messung der gewichtsspezifi­schen magnetischen Sättigung lassen sich Aussagen über den Sinterzustand und die Kohlenstoffbilanz machen. Hieraus lässt sich ein schnelles Urteil über die Qualität des unter­suchten Hartmetalles ableiten.

Alle ermittelten Werte können auf Wunsch direkt an den Kunden übertragen werden
Messen der magnetischen Sättigung mittels einer Helmholtzspule
Mikroskopische Analyse

Das Mikroskop von Leica lässt keine Wünsche offen: Die bis zu 2000fache Ver­größerung ermöglicht unter anderem eine gründliche Bestimmung von Gefüge, Porosität, Eta-Phase, Bindemetallverteilung und Korn­größen­bestimmung. Zur Analyse und Dokumentation ist die Ausgabe auf bildgebenden Medien möglich.

Aufnahme eines WC-Grobkorns in einem Feinkorn-Hartmetall
Leica Labormikroskop: Höchste Qualität in der Optik und hochpräzise Linsen
Härteprüfung

Bei der Härteprüfung nach Vickers wird eine Diamantpyramide unter einer festgelegten Prüfkraft in das Werkstück eingedrückt. Mittels eines Messmikroskops lässt sich die Vickershärte (HV) und der KIC-Wert ableiten. Beide Werte sind zur Beurteilung der Härte, der Verschleißfestigkeit und Bruchzähigkeit von großer Bedeutung.

Härteeindruck mit Rissbildung zur Ermittlung des KIC-Wertes
Härteprüfung mit 30kN Prüflast
Dichtemessung

Zur exakten Ermittlung des spezifischen Gewichtes und der Messung der gewichts­spezifischen Magnetisierungs­sättigung setzen wir eine Präzisionswaage von Sartorius ein. Der Dichtewert gibt in erster Linie Aufschluss über den Bindemetallgehalt.

Die Waage ermittelt das Gewicht bis auf ein tausendstel Gramm genau
Hochpräzises Messen ist notwendig, selbst die Wassertemparatur wird berücksichtigt
Stereo-Mikroskop

Dieses Mikroskop dient der ersten schnellen Betrachtung der Werkstoffproben. Mit bis zu 150facher Vergrößerung ist die Beurteilung von Werkzeugbrüchen oder von Verschleißbildern. an Werkzeugschneiden möglich. Auch hierdurch ist über die angeschlossene Kamera eine Bildausgabe möglich.

Spannungsriss oder Hartmetallfehler? Die mikroskopische Betrachtung ermöglicht ein sicheres Urteil
Ein großes Gesichtsfeld und einfache Handhabung ermöglichen schnelle und verlässliche Aussagen
Trennmaschine

Für unsere Probenzuschnitte setzen wir die Trennmaschinen von G.u.K. Ihle ein, die schnelles, planparalleles Trennen bei gleichzeitig kurzen Rüst- und Trennzeiten ermöglichen. Von der manuell zu bedienenden Maschine bis zum Vollautomat mit Lademagazin stehen vier verschiedene Typen zur Auswahl.

Feinstpolierte Hartmetallprobe, eingegossen in Epoxydharz, für die mikroskopische Analyse
Die IB1: seit Jahren ein Erfolgsmodell − ermöglicht planparallele Probenschnitte
Biegebruchfestigkeit

Die Biegebruchfestigkeit ist abhängig vom Kobaltgehalt und der Korngröße des Hartmetalls. Die Bestimmung erfolgt durch eine zerstörende Prüfung an Standardproben gemäß DIN EN ISO 3327. Dabei werden die Proben bis zum Bruch mit steigender Kraft belastet.
Die Biegebruchfestigkeit liefert direkte Anhaltspunkte über die Belastbarkeit des Hartmetalls im praktischen Einsatz. Aufgrund der großen Streuung der Messwerte müssen für sinnvolle Auswertungen mehrere Proben gebrochen werden.

Prüfung der Biegebruchfestigkeit nach DIN EN ISO 3327-2006
Feldversuche

In konsequenter Ergänzung zu unseren metallurgischen Untersuchungen führen wir Fräsversuche zur Beurteilung und Weiterentwicklung von Hartmetallen durch. Für unsere Kunden ermitteln wir in Standzeitver­suchen die geeignete Hartmetallsorte bei schwierigen Materialien und Bedingungen.

Die HM-Sorte hat entscheidenden Einfluss auf den Standweg und die Bearbeitbarkeit des Werkzeugs
Fräser werden härtesten Tests unterzogen